SwissTB Preisträger
Erster SwissTB Preis, 2002 Maria Olleros
Zweiter SwissTB Preis, 2003 Prof. Dr. Gaby Pfyffer
Dritter SwissTB Preis, 2004 Dr. Andreas Diacon
Vierter SwissTB Preis, 2005 Drs. Liem Nguyen, Anne Walburger, Giorgio Ferrari, Anil Koul
Fünfter SwissTB Preis, 2006 Klinik: Dr. Claudia Tueller, Forschung: Dr. Reto Guler
Sechster SwissTB Preis, 2007 Dr.
Corinne Loeuillet
Siebter SwissTB Preis, 2008 Nicole Scherr
und Dr. Srinivas Honnappa

Swiss TB Award 2008 Nicole Scherr und Dr. Srinivas Honnappa
Tuberkulose ist weltweit noch immer eine der häufigsten
Infektionskrankheiten mit gegen
zwei Millionen Todesfällen jedes Jahr. Anlässlich
des Welt-Tuberkulose-Tags vom 24.
März 2008 verleiht die Schweizerische Stiftung für
Tuberkuloseforschung Swiss TB bereits
zum siebten Mal den von der Lungenliga Zürich gesponserten
Swiss-TB-Award. Mit dem
Preis in der Höhe von Fr. 10‘000 ausgezeichnet
werden dieses Jahr die jungen Wissen-
schaftler Nicole Scherr und Dr. Srinivas Honnappa.

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Nicole
Scherr Department of Biochemistry Biozentrum
Basel Basel
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Our studies on Protein
Kinase G were carried out as a collaboration project
of the Biozentrum, Basel and the Paul Scherrer Institute
in Villigen.
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Dr.
Srinivas Honnappa Structural Biology group Paul
Scherrer Institut Villigen
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Mit dem diesjährigen SwissTBAward, der von der Lungenliga
Zürich gesponsert wird, werden die jungen Forscher
Nicole Scherr, Doktorandin bei Jean Pieters am Biozentrum
der Universität Basel, und Dr. Srinivas Honnappa, Postdoktorant
bei Michel Steinmetz am Paul Scherrer Institut in Villigen,
ausgezeichnet: Sie haben die Struktur eines Signalmoleküls
des Tuberkuloseerregers entschlüsselt und damit der
Entwicklung effizienter Medikamente im Kampf gegen die Tuberkulose
neue Möglichkeiten eröffnet. Die Auszeichnung bedeutet
den beiden Wissenschaftler viel: „Wir fühlen uns
durch den SwissTBAward sehr geehrt. Unser Projekt war enorm
arbeitsintensiv und risikoreich, wussten wir doch bis zum
Schluss nicht, ob es uns überhaupt gelingen würde,
die komplexe Struktur des Signalmoleküls PknG zu entschlüsseln“,
so Nicole Scherr und Srinivas Honnappa.
Strukturentschlüsselung als Basis Hintergrund
ihrer Forschungsarbeit ist eine besondere Eigenschaft des
Tuberkulosebakteriums: „Tuberkulosebakterien haben
effiziente Strategien entwickelt, um dem menschlichen Immunsystem
ein Schnippchen zu schlagen“, erklärt Nicole Scherr.
So versuchen die Bakterien gar nicht erst, den menschlichen
Fresszellen zu entgehen, sondern lassen sich ohne Gegenwehr
verspeisen. Sie werden dabei jedoch nicht etwa unschädlich
gemacht: Mit einem speziellen Signalmolekül, der so
genannten Proteinkinase G (PknG), die bereits 2004 vom Team
um Jean Pieters am Biozentrum Basel entdeckt wurde, verhindert
das Tuberkulosebakterium, dass es in der Fresszelle verdaut
und damit vernichtet wird. Könnte die PknG nun durch
ein Medikament geblockt werden, könnte auch der Selbstschutz
des Tuberkulosebakteriums teilweise aufgehoben und damit
die Vermehrung des Erregers gehemmt werden, so die Überlegung
der Forscher des Basler Biozentrums. Um eine entsprechende
Substanz – einen so genannten Inhibitor – zu
entwickeln, war jedoch vertieftes Wissen über die Struktur
des PknG nötig.
Aufwändige Probenvorbereitung
Um den Aufbau der PknG zu analysieren, arbeitete das Biozentrum
Basel mit dem Team von Michel Steinmetz am Paul Scherrer
Institut in Villigen zusammen. Srinivas Honnappa bediente
sich der Röntgenkristallografie, um die Struktur des
Moleküls zu entschlüsseln. Dabei wird im Synchrotron
Röntgenstrahlung durch eine kristallisierte Probe geschossen.
Die grösste Herausforderung bestand nun darin, die Probe
der PknG entsprechend zu präparieren: „Wir mühten
uns beinahe zwei Jahre damit ab, die Proben zu reinigen und
an schliessend brauchbare Kristalle zu züchten“,
so Nicole Scherr. Der Durchbruch gelang erst, als die Nicole
Scherr zusammen mit ihrer Kollegin Gabriele Kunz eine frische
Probe unverzüglich nach Villigen brachten und Srinivas
Honnappa zugleich eine neue Methode, die Kristalle zu gefrieren,
einsetzte. Honnappa gelang es schliesslich, das Molekülmodell
der PknG sowie einen Inhibitor, der das Funktionieren der
PknG stark einschränkt, zu bauen. Die genaue Kenntnis über
die Struktur der PknG macht es nun möglich, einen optimalen
Inhibitor zu entwickeln, der die PknG gezielt blockt und
dabei andere Proteinkinasen im menschlichen Körper nicht
oder kaum tangiert“, erläutert Srinivas Honnappa
die Wichtigkeit der nun von Swiss TB ausgezeichneten Grundlagenforschung.
Langer Weg bis zum fertigen Medikament
Die Entwicklung eines effizienten Inhibitors könnte
dereinst die Grundlage für neue Medikamente zur Behandlung
von Tuberkulose darstellen. Bis zur Entwicklung eines Medikamentes
ist es jedoch noch ein langer Weg, auf dem weitere Grundlagenforschung
nötig sein wird. Nicole Scherr und Srinivas Honnappa
werden auf jeden Fall dabei bleiben und sich weiter mit der
Struktur der PknG und möglicher Inhibitoren beschäftigen.
Dabei soll auch die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen
dem Biozentrum Basel und dem Paul Scherrer Institut weitergeführt
werden.
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Publication: Structural basis for the specific inhibition
of protein kinase G, a virulence factor of Mycobacterium
tuberculosis. Nicole Scherr*, Srinivas Honnappa†,
Gabriele Kunz*, Philipp Mueller*, Rajesh Jayachandran*,
Fritz Winkler†, Jean Pieters*‡, and Michel
O. Steinmetz† *Biozentrum, University of Basel, CH-4056
Basel, Switzerland; and †Biomolecular Research, Structural
Biology, Paul Scherrer Insititut,
CH-5232 Villigen PSI, Switzerland
PNAS, 104:12151-12156 (2007) download
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Swiss TB Award 2007 Dr. Corinne Loeuillet
Die Tuberkulose ist eine der grossen Geisseln der Menschheit.
Sie verursacht jedes Jahr 2 Millionen Neuerkrankungen und
von allen Infektionskrankheiten am
meisten Todesfälle, nämlich 2 Millionen pro Jahr! Das Tuberkulosebakterium
hat sich so gut an seinen Wirt, den Menschen, angepasst,
dass es über Jahre und Jahrzehnte nach der Ansteckung in den menschlichen
Abwehr- oder Fresszellen, den Makrophagen, überleben kann. Deshalb sind
heute bis zu einem Drittel der Menschen weltweit mit Tuberkulose infiziert. Die
Makrophagen wären dazu da, eindringende Mikroorganismen oder Schadstoffe
unschädlich zu machen.
Die prämierte Arbeit zeigt nun, dass die Tuberkulosebakterien
nicht nur in den Makrophagen überleben, sondern deren Abwehrmechanismen
zu ihren Gunsten zu verändern: Die derart veränderte Immunitätslage
der Makrophagen schützt so die „oekologische Nische“ der Tuberkulosebakterien!
Sie „stehlen“ quasi einen unserer immunologischen Abwehrmechanismen
und können so trotz unserer guten Infektabwehr im menschlichen Körper überleben.
Mycobacterium tuberculosis subverts innate immunity to
evade specific effectors
Corinne Loeuillet,1 Fabio Martinon2,
Cynthia Perez1, Miguel Munoz1, Margot
Thome2 and
Pascal R. Meylan1, 3
1 Institut de Microbiologie, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois,
Lausanne, Switzerland,
2 Département de Biochimie, Universite´ de
Lausanne, Lausanne, Switzerland and
3Service des Maladies Infectieuses, Centre Hospitalier
Universitaire Vaudois,
Lausanne, Switzerland
Abstract: The macrophage is the niche of the intracellular
pathogen Mycobacterium tuberculosis. Induction of macrophage
apoptosis by CD4+ or CD8+ T cells is
accompanied by reduced bacterial counts, potentially defining
a host defense mechanism. We have already established that
M. tuberculosis-infected primary human macrophages have a
reduced susceptibility to Fas ligand (FasL)- induced apoptosis.
To study the mechanisms by which M. tuberculosis prevents
apoptotic signaling, we have generated a cell culture system
based on PMA- and IFN-γ-differentiated THP-1 cells
recapitulating the properties of primary macrophages. In
these cells, nucleotide-binding oligomerization domain 2
or TLR2 agonists and mycobacterial infection protected macrophages
from apoptosis and resulted in NF-κB nuclear translocation
associated with up-regulation of the antiapoptotic cellular
FLIP. Transduction of a receptor-interacting protein-2 dominant-negative
construct showed that nucleotide-binding oligomerization
domain 2 is not involved in protection in the mycobacterial
infection system. In contrast, both a dominant-negative construct
of the MyD88 adaptor and an NF-κB inhibitor abrogated
the protection against FasL-mediated apoptosis, showing the
implication of TLR2-mediated activation of NF-κB in
apoptosis protection in infected macrophages. The apoptosis
resistance of infected macrophages might be considered as
an immune escape mechanism, whereby M. tuberculosis subverts
innate immunity signaling to protect its host cell against
FasL+-specific cytotoxic lymphocytes.
J Immunol. 177:6245-6255 (2006) download
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SwissTB Preis 2006
Im Betrag von von je sFr. 5'000.- an die Erstautoren der beiden folgenden Arbeiten verliehen:
C. Tueller, P. N. Chhajed, C. Buitrago-Tellez, R. Frei, M. Frey, M. Tamm, Pneumologie Universitätsspital Basel und Barmelwaid Aarau: Value of smear and PCR in bronchoalveolar lavage fluid in culture positive pulmonary tuberculosis. Eur Respir J 2005; 26:767-72.
und
Reto Guler, Maria L. Olleros, Dominique Vesin, Roumen Parapanov, Irene Garcia, Department of Pathology and Immunology, Universität Genf:: Differential Effects of Total and Partial Neutralization of Tumor Necrosis Factor on Cell-Mediated Immunity to Mycobacterium bovis BCG Infection. Infection and Immunity 2005; 3668-76.
Die Preisträger haben Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Tuberkulose rascher und sicherer diagnostiziert werden kann und wie sich der Körper gegen eine Infektion mit Mykobacterien wehren kann. Mit der Anwendung von neuen Immun-Modulatoren (Tumor Necrosis Faktor Alpha-Blockern), z. B. in der Behandlung von Rheumatoider Arthritis werden neue Angriffspunkte für Tuberkulose-Medikamente erkennbar. Gleichzeitig muss aber die Gefahr eines Ausbruchs einer latent vorhandenen Tuberkulose-Infektion wieder vermehrt von den klinisch tätigen Ärzten beachtet werden.
Dass auch junge Schweizerinnen und Schweizer an der Tuberkuloseforschung beteiligt sind, ist wegen der leider immer noch zunehmenden globalen Ausbreitung dieser Infektionskrankheit sehr wichtig .
Das Swiss TB Award wird jährlich für die beste Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Tuberkulose durch die Schweizerische Stiftung für Tuberkuloseforschung (www.swisstb.org) verliehen.
Press
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Dr. Prashant Chhajed und Dr. Reto Guler nehmen
den SwissTB award 2006 an der offiziellen Feier im Kongresszentrum
Basel von SwissTB
Präsident
Dr. Otto
Brändli
und SwissTB Vizepräsident Prof. Laurent Nicod entgegen.
SwissTB Preisträgerin 2006 für die beste klinische Arbeit
Dr. Claudia Tueller
Value of smear and PCR in bronchoalveolar
lavage fluid in culture positive pulmonary
tuberculosis
C. Tueller1, P.N. Chhajed1, C. Buitrago-Tellez2, R. Frei3, M. Frey4 and M. Tamm1
Depts. of 1Pulmonary Medicine, 2Radiology and 3Bacteriology, University Hospital Basel, Basel and 4Respiratory Medicine, Hospital Barmelweid, Barmelweid, Switzerland
ABSTRACT: At present, further investigations are needed in patients with suspected pulmonary
tuberculosis (TB) and either negative sputum smear or without sputum. The aim of the present
study was to analyse the yield of bronchoalveolar lavage fluid (BALF) smear and PCR in patients
with confirmed pulmonary TB.
Patients with a positive culture for Mycobacterium tuberculosis complex in sputum or BALF
were analysed over 5 yrs.
In total, 90 out of 230 (39%) patients with culture-positive pulmonary TB had a positive sputum
smear, and 120 patients underwent bronchoscopy. BALF smear was positive in 56 (47%), BALF
PCR in 93 (78%) patients, and BALF smear and/or PCR was positive in 83%. In total, 71 patients
who underwent bronchoscopy and had complete clinical records were further analysed. BALF
(smear or Mycobacterium tuberculosis complex-PCR) allowed a rapid diagnosis in 10 (59%) out of
17 patients who had a negative sputum smear, and 49 (91%) out of 54 patients without sputum
production. Of these 71 patients, 12 (17%) were only culture positive. Rapid diagnosis of
pulmonary TB by smear and/or PCR was made in 190 out of 210 patients (90%) in sputum or BALF.
In conclusion, combined use of bronchoalveolar lavage fluid smear and Mycobacterium
tuberculosis complex-PCR has a good diagnostic yield in patients with sputum smear-negative
tuberculosis or without sputum production.
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SwissTB Preisträger 2006 für die beste Forschungsarbeit
Dr. Reto Guler
Differential Effects of Total and Partial Neutralization of Tumor Necrosis Factor on Cell-Mediated Immunity to Mycobacterium bovis BCG infection

Dr. Reto Guler1,2
1Department of Pathology and Immunology, Centre Medical Universitaire, 1 rue Michel-Servet, 1211 Geneva 4, Switzerland,
2Institute of Infectious Disease and Molecular Medicine, Health Science Faculty, University of Cape Town, South Africa.
Excess Tumor Necrosis Factor (TNF) production is one of the main causes of pathogenesis of severe inflammatory diseases such as rheumatoid arthritis. Today, rheumatoid arthritis patients are treated with soluble TNF receptor fusion protein which neutralize excess TNF. However, anti-TNF therapies to treat inflammatory diseases have introduced a new threat since TNF inactivation is associated with the recurrence of tuberculosis and also of many opportunistic infections. Consequently, experimental animal models should provide important understanding of the biological role of the interaction between TNF and its neutralizing soluble TNF receptor fusion protein in serious infections. Therefore, we investigated the interaction between TNF and soluble TNF receptor fusion protein (sTNFR1) in host defense against an avirulent mycobacteria, Mycobacterium bovis BCG. The generation of transgenic mice expressing high levels of human sTNFR1 have allowed to demonstrate that total inhibition of TNF is associated with impaired granuloma formation, reduced macrophage activation, dysregulated cytokine production, deficiency in bactericidal mechanisms, leading to bacterial overgrowth and animal death. However, partial inhibition of TNF by low levels of soluble TNFR resulted in a more rapid activation of innate protective immune response to BCG infection associated with increased macrophage activation, enhanced regulated TNF release, more rapid granuloma differentiation, and increased bactericidal mechanisms. In conclusion, whereas total neutralization of TNF led to increased susceptibility to mycobacterial infection, partial TNF inhibition resulted in enhanced granuloma formation and increased macrophage activation. Therefore, modulation of TNF-associated functions would be more suitable than total TNF inhibition for efficient anti-TNF therapies.
Publication: Guler, R., M. L. Olleros, D. Vesin, R. Parapanov, and I. Garcia. 2005. Differential effects of total and partial neutralization of tumor necrosis factor on cell-mediated immunity to Mycobacterium bovis BCG infection. Infect Immun 73:3668.
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SwissTB Award 2005

Dr. Giorgio Ferrari nimmt den SwissTB Preis 2005 an der offiziellen Feier im KKL Luzern von SwissTB Präsident Dr. Otto Brändli in Empfang.
Am Welt-Tuberkulosetag 2005 am 24.03.2005 wurde zum vierten Mal der „Swiss TB Award“ im Betrag von Fr. 10'000.-- an die vier Erstautoren der folgenden Arbeit verliehen: Walburger Anne, Koul Anil, Ferrari Giorgio, Nguyen Liem, Prescianotto-Baschong C., Huygen K., Klebl B., Thompson C., Bacher G., Pieters J.:
Protein kinase G from pathogenic mycobacteria promotes survival within macrophages. Science 2004; 304: 1800-4.
Die vier Preisträger haben mit dieser bahnbrechenden Arbeit aus dem Biozentrum der Universität Basel eine Möglichkeit aufgezeigt, wie die Tuberkulose besser behandelt werden könnte. Der „Swiss TB Award“ wird jährlich für die beste Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Tuberkulose durch die Schweizerische Stiftung für Tuberkuloseforschung (www.swisstb.org) verliehen.
SwissTB Laureates 2005
CoApplicants: Drs. Liem Nguyen, Anne Walburger, Giorgio Ferrari, Anil Koul
A novel drug target to overcome intrinsic antibiotic resistance of Mycobacterium tuberculosis. Liem Nguyen1, Anne Walburger1, Giorgio Ferrari1, Anil Koul2
1Biozentrum, University of Basel, Basel Switzerland, 2Axxima Pharmaceuticals, Munich, Germany.
Mycobacterium tuberculosis is responsible for the most mortality world wide as a single infectious agent. Chemotherapy of this disease is hampered by the inaccessibility of the mycobacterial cell wall, which renders high resistance of this bacterium to almost available antibiotics. In this proposal for the SwissTB award 2005, we present our discovery of a mycobacterial protein kinase that could be used for the development of novel anti-mycobacterial compounds circumventing the inherent problem of mycobacterial cell wall as a barrier for chemotherapy.
Background
The first barrier a microbial pathogen has to face when infecting multicellular organisms is the innate immune defense system in which a key player is the macrophage. These “professional phagocytes” recognize microbes and engulf them into vacuoles called phagosome. Phagosomes then fuse with lysosomes, resulting in the degradation of the cargo by resident hydrolytic enzymes. In contrast to what happens with other microbes, Mycobacterium tuberculosis can prevent the fusion of their phagosomes with lysosomes, thereby surviving intracellularly. We identified a secreted mycobacterial protein kinase, protein kinase G that plays crucial role for the blockage of phagosome-lysosome fusion. Genetic disruption of this kinase results in immediate transfer of mycobacteria to lysosomes and consequent mycobacterial cell death. A chemical screen for protein kinase G inhibitors led to the discovery of a tetrahydrobenzothiophene, which specifically inhibits the kinase activity of protein kinase G. This compound, as expected, accelerates the phagosome maturation process and mediates enhanced bactericidal activity of macrophages against Mycobacterium tuberculosis.
Significance
Most anti-tuberculous antibiotics used today intend directing intracellular mycobacterial targets to stop Mycobacterium tuberculosis growth. Instead, targeting protein kinase G would allow the macrophage to carry out its innate anti-bacterial activity by shuttling the bacterium to lysosomes. Moreover, by targeting an extracellular functioning molecule like protein kinase G, the problem of chemical transportation through the inaccessible mycobacterial cell wall could be avoided.
References
Walburger A*, Koul A*, Ferrari G*, Nguyen L*, Prescianotto-Baschong C, Huygen K, Klebl B, Thompson C, Bacher G, Pieters J. Protein kinase G from pathogenic mycobacteria promotes survival within macrophages. Science. 2004 Jun 18; 304 (5678):1800-4.
(* Note that these authors contributed equally to the work).
Dieses Abstract als PDF-Document.
Sciene 2004; 304: 1800-1804. download PDF-Document

SwissTB Laureate 2004 Dr. Andreas Diacon
Ein direkter Vergleich verschiedener diagnostischer Methoden für die Diagnose der tuberkulösen Brustfellentzündung
Diacon AH, van de Wal BW, Wyser C, Smedema JP, Bezuidenhout J, Bolliger CT, Walzl G
Institute für Innere Medizin, Anatomische Pathologie und Medizinische Biochemie, Tygerberg Academic Hospital, Universität von Stellenbosch, Kapstadt, Südafrika
Die tuberkulöse Brustfellentzündung entsteht durch Infektion der Brusthöhle mit Tuberkulose-Bakterien. Dadurch entsteht eine Brustfellentzündung und Flüssigkeit (Pleuraerguss) sammelt sich in der Brusthöhle an, was zu Kurzatmigkeit, Husten, Unwohlsein und Brustschmerzen führt. Wo diese Studie durchgeführt wurde ist diese Krankheit häufig. Sie ist schwierig zu diagnostizieren, weil oft weder in der Ergussflüssigkeit noch im ausgehusteten Schleim nachweisbare Tuberkulose-Bakterien vorhanden sind. Zudem haben andere Krankheiten sehr ähnliche Symptome und Anzeichen. Es gibt verschiedene diagnostische Methoden für die tuberkulöse Brustfellentzündung, von denen die Thorakoskopie die beste, aber auch die teuerste ist. Eine Thorakoskopie ist eine Brustfellspiegelung. Dabei wird der angesammelte Erguss entfernt, die Brusthöhle von innen untersucht und Gewebeproben unter Sicht entnommen. Von Gewebeproben können häufig Bakterien gezüchtet und auf antibiotische Resistenz getestet werden. In letzter Zeit wurden relative preisgünstige, neuartige Analysen für die Ergussflüssigkeit entwickelt, die jedoch nie direkt mit der Thorakoskopie verglichen wurden. Eine solche Methode ist die Bestimmung der Aktivität des Enzyms Adenosin-Deaminase (ADA) im Erguss. Da in Regionen wo Tuberkulose häufig vorkommt auch die finanziellen Ressourcen oft knapp sind, ist eine kostengünstige und doch möglichst exakte diagnostische Methode dringend notwendig. Diese Studie hatte das Ziel, die beste alternative Teststrategie zur Thorakoskopie für die Diagnose der tuberkulösen Brustfellentzündung zu definieren.
Zu diesem Zweck wurden 51 Patienten mit Brustfellentzünung in die Studie aufgenommen, bei denen auch nach ausgiebiger Abklärung keine Ursache für den Pleuraerguss gefunden worden war. Die endgültige Diagnose dieser Patienten war Tuberkulose bei 42 Patienten (82%), ein bösartiger Tumor bei 5 (10%) und bei 4 Patienten (8%) blieb die Diagnose unklar. Wie erwartet schnitt die Thorakoskopie am besten ab mit einer Ausbeute für Tuberkulose von 100% (positive Bakterienkultur: 76%). Die Sensitivität von Lungenspülfüssigkeit und Ergussflüssigkeit war tief (beide nur 7%). Die traditionelle geschlossene (blinde) Nadelbiopsie hatte eine Ausbeute von 79% (positive Bakterienkultur: 48%). ADA alleine war 95% sensitiv und 89% spezifisch. ADA zusammen mit der Lymphoytenzahl im Erguss war 89% sensitiv und 100% spezifisch, aber die Rate von positiven Bakterienkulturen war nur 7%. Der beste alternative Test war die Kombination von ADA, Lymphozytenzahl und Nadelbiopsie, die 93% Sensitivität und 100% Spezifität erreichte. Zudem war die Bakterienkultur in 52% positiv.
Diese Studie erlaubte es uns also eine Strategie für die Abklärung von unklaren Brustfellergüssen in einer Region mit häufiger Tuberkulose zu definieren. Für Patienten mit typischer Präsentation für Tuberkulose ist eine Kombination von ADA und Lymphozytenzahl im Pleuraerguss ausreichend. Wenn dieser Test negativ ist und trotzdem Tuberkulose vermutet wird, wenn antibiotische Resistenz möglich ist oder wenn andere Diagnosen als Tuberkulose wahrscheinlich sind, sollte eine Thorakoskopie durchgeführt werden. Ist die Thorakoskopie nicht verfügbar, ist eine geschlossene Nadelbiopsie zusammen mit ADA und Lymphozytenzählung angezeigt. Diese Alternative hat eine hohe diagnostische Ausbeute und kann ambulant durchgeführt werden. Sie kann in Gebieten, wo Tuberkulose häufig ist, die Thorakoskopie mit deutlich geringeren Kosten ersetzen.
European Respiratory Journal 2003; 22: 589-591. Publikation als PDF-Dokument herunterladen

SwissTB Preisträgerin 2003 Prof. Dr. Gaby
Pfyffer
Testing of susceptibility of Mycobacterium tuberculosis to pyrazinamide with the nonradiometric BACTEC MGIT 960 system. Pfyffer GE, Palicova F, Rusch-Gerdes S. Swiss National Center for Mycobacteria, Department of Medical Microbiology, University of Zurich, Gloriastrasse 30, 8028 Zurich, Switzerland.
The reliability of the novel BACTEC MGIT 960 pyrazinamide (PZA) kit (Becton Dickinson Microbiology Systems, Sparks, Md.) was assessed for testing of susceptibility of Mycobacterium tuberculosis to PZA. Results generated by the BACTEC MGIT 960 system (Becton Dickinson) were compared with those obtained with the BACTEC 460TB system. Extensive proficiency testing (phase I) and reproducibility testing (phase II) as well as susceptibility testing of blinded strains of M. tuberculosis from the Centers for Disease Control and Prevention (phase III) were performed prior to testing 58 strains isolated from clinical specimens (phase IV). After resolution of discrepant results obtained by the two BACTEC methods by two other laboratories which acted as independent arbiters (phase V), overall agreement of the BACTEC MGIT 960 system with the BACTEC 460TB system for PZA testing of phase IV strains was 96.6%. Between the two systems there was no statistically significant difference in time until results were obtained, i.e., 6.8 days (BACTEC MGIT 960) versus 5.4 days (BACTEC 460TB), the latter not counting the time required for a subculture with a growth index of 200, however. The new BACTEC MGIT PZA susceptibility testing procedure works equally well for inocula prepared from liquid (MGIT) and solid (Lowenstein-Jensen) cultures. PZA MGIT medium in plastic tubes yielded results equivalent to medium dispensed in glass tubes.
J Clin Microbiol. 2002 May;40(5):1670-4. Publikation als PDF-Document herunterladen
Lesen Sie den UniJournal Artikel "Tuberkulose in Baku"
mit freundlicher Genehmigung des Verlags

SwissTB Laureate 2002 Maria Olleros
Wie kann man die schädlichen Auswirkungen des natürlichen Moleküls TNF, welches eine wichtige Rolle in der Immunantwort spielt, vermeiden ohne dabei seine wichtige Schutzwirkung gegen die Tuberkulose zu verlieren ?
Die Gewinnerin des SwissTB Award 2002, Frau Maria-Luisa Olleros widmet sich im Team von Dr. Irène Garcia-Gabay im Departement für Pathologie an der Universität Genf der Tuberkuloseforschung. Sie interessiert sich ganz besonders für die Moleküle, welche unsere Immunzellen aktivieren und es so unserem Organismus ermöglichen, eine Tuberkulose-Infektion einzudämmen. Der Faktor TNF (auf Englisch Tumor Necrosis Factor, weil dieser Faktor auch eine Rolle in der Zerstörung gewisser Krebszellen spielt) ist eines derjenigen Moleküle, welche in der Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen, insbesondere gegen Infektionskrankheiten. Leider hat TNF aber im Verlaufe einer Infektion mit Mycobacterium tuberculosis (dem Erreger der Tuberkulose) nicht nur günstige Auswirkungen: im Verlaufe der Krankheit produziert unser Körper nämlich übermässige Mengen von diesem Faktor, welche schädlich wirken und die Heilung ungünstig beeinflussen können.
In ihrer nun preisgekrönten Arbeit zeigt die junge Doktorandin auf, wie man von der Schutzwirkung des TNF profitieren kann, ohne dabei die schädlichen Wirkungen dieses Faktors in Kauf nehmen zu müssen. Der erfolgreiche Ansatz besteht darin, das Molekül so zu verändern, dass es zwar an der Oberfläche der Immunzellen erscheint, nicht aber in der Blutbahn freigesetzt wird. Frau Olleros hat diesen experimentellen Ansatz im Labor von Dr. Garcia-Gabay in Zusammenarbeit mit zwei weiteren Forschungsgruppen, der von Dr. Christoph Müller an der Universität Genf und der von Dr. Gilles Marchal am Institut Pasteur in Paris realisiert. Ihre Arbeit wird demnächst (April 2002) in der angesehenen amerikanischen Fachzeitschrift The Journal of Immunology veröffentlicht werden.
J. Immunol.1687:3394-3401 (2002). Publikation als PDF-Dokument
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